HANS-CHRISTIAN SCHINK. SO WEIT. 

FOTOGRAFIEN SEIT 1990.

8.11.2020 bis 23.5.2021

(vorerst geschlossen) 

Kunsthalle Erfurt

Mya Thar Lyaung, Bago, 

aus der Serie "Burma"

A71, bei Traßdorf, aus der Serie "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit"


1/23/2010, 6:31 – 7:31 am,
S 54°48.411‘  W 068°18.032', 
aus der Serie "1h"


Hans-Christian Schink, 1961 geboren in Erfurt, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Fotografie aus Deutschland. Seine Serien wie „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“, „LA“ oder "1h"wurden in zahlreichen Büchern und Ausstellungskatalogen publiziert, international vielfach ausgestellt und preisgekrönt. Seine Arbeiten sind meist Landschaftsuntersuchungen im Spannungsfeld von Natur und Zivilisation. 

Rund dreißig Jahre nach seinem Start mit der Kamera soll die Ausstellung in einer vom Künstler selbst vorgenommenen Auswahl die Vielfalt und Qualität seiner fotokünstlerischen Projekte bis heute zeigen.

 

Diese Ausstellung wurde Anfang Juni von der Stadtverwaltung Erfurt abgesagt, der Erfurter Kunstverein hat sich gemeinsam mit den Förderern und Sponsoren dafür eingesetzt, dass diese Ausstellung des bedeutendsten zeitgenössischen Fotokünstlers, der aus Thüringen stammt, doch gezeigt werden kann. Durch Spenden seiner Mitglieder konnte er die notwendigen Eigenmittel akquirieren. Damit hat er gemeinsam mit den Unterstützer_innen zugleich die Schließung der Kunsthalle Erfurt, die sonst in dieser Laufzeit leer gestanden hätte, verhindert.

Eine Ausstellung des Erfurter Kunstvereins in Kooperation mit der Kunsthalle Erfurt. Mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung Thüringen und der Sparkasse Mittelthüringen. Wir danken der Galerie Rothamel und dem Hotel Zumnorde als Sponsoren der Ausstellung sowie unseren Mitgliedern. 

Blick hinter die Kulissen

Im Gespräch: Fotograf Hans-Christian Schink und 
Vorstandsmitglied Philipp Schreiner während der Ausstellungsvorbereitungen.
Im Hintergrund: A71, bei Traßdorf, aus der Serie Verkehrsprojekte Deutsche Einheit.

Detailplanung im Renaissance-Saal: Vorstandsvorsitzende Susanne Knorr und 
stellvertr. Vorsitzender Prof Dr. Kai-Uwe Schierz im Austausch mit Hans-Christian Schink. 

Handarbeit: Teil der Ausstellung ist eine Serie an Zeichnungen von Hans-Christian Schink, 
die hier von Prof. Dr. Kai-Uwe Schierz gerahmt werden. 

2020

HELLEN NABUKENYA. 

TUWAYE. LET'S TALK.

8.11.2020 bis 23.5.2021

(vorerst geschlossen) 

Kunsthalle Erfurt

Die Künstlerin Hellen Nabukenya (geb. 1983 in Jinja, Uganda) bewegt sich mit ihren Arbeiten auf der Grenze von Kunst und Kunsthandwerk: Sie fertigt aus landestypischen Stoffen Teppiche, Kleidung und Accessoires. Ihre Installationen aus Alttextilien für den Innen- und Außenraum realisiert eine Gruppe von Frauen nähend und knüpfend nach Hellen Nabukenyas Entwürfen. Auch für den raumgreifenden Teppich Gyetuva [dt.: Woher wir kommen] vermittelte die Textilkünstlerin in ihrem Open-Air-Atelier in Kampala dem weiblichen Kollektiv die Handfertigkeiten des Nähens und Knüpfens. Den Frauen gab sie damit – neben dem eigenständigen Gelderwerb – eine sinnstiftende Tätigkeit und somit eine Strategie der Selbstermächtigung an die Hand. 

 

Hellen Nabukenyas Arbeiten machen dem Betrachter ein Angebot: Tuwaye – Let’s talk
Sie laden ein, den Gesprächsfaden aufzunehmen, der sich schon im von Gesängen begleiteten Arbeitsablauf zwischen den Frauen entspann. Das Betreten der Teppiche ist notwendig, um sich nieder- und dann einzulassen auf die sechs Lebens- und Erwerbsgeschichten der Frauen. Aufgenommen wurden diese in der in Uganda weit verbreiteten Bantusprache Luganda, dann ins Englische und schließlich ins Deutsche übersetzt. Transfer ist dem textilen Kunstwerk von Beginn an in seinem Werden bis hin zur Installation und Vermittlung als Prinzip eingeschrieben. 

 

Der Maler Matthias Körner (geb. 1954 in Cottbus) arbeitet seit 2005 immer wieder mit der Künstlerin zusammen, ab 2013 rückt der künstlerische und dokumentarische Film in den Fokus seines Interesses. Für die hiesige Präsentation begleitete er einen Tag lang filmisch Rehema Namale, eine allein erziehende Mutter, in ihrem Alltag. Neben der Versorgung ihrer sechs Kinder mit Nahrung und Bildung besteht dieser auch aus der Tätigkeit bei der Künstlerin Hellen Nabukenya. 

 

Hellen Nabukenya lebt und arbeitet in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Nach ihrem Studium an der Kyambogo University in Kampala (EFFH: Abschluss in Textildekoration und Styling) begründete sie das Art Punch Studio mit, ein Atelier und Ausstellungsraum in Kampala. Ihre Arbeiten wurden bisher in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Südafrika und Uganda ausgestellt. 

 

Im Jahr 2019 führte eine der Kunstreisen des Erfurter Kunstvereins die Mitglieder in das 

Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus. Die dort gesehene Ausstellung von Hellen Nabukenya hinterließ einen derart nachhaltigen Eindruck, dass der Wunsch entstand, diese künstlerische Position auch in Erfurt zu zeigen. So haben wir Tuwaye – Let's Talk in unser Ausstellungsprogramm 2020 aufgenommen. 

Eine Ausstellung des Erfurter Kunstvereins in Kooperation mit der Kunsthalle Erfurt.

Schirmherrin der Ausstellung

LAURA WAHL

Mitglied des Thüringer Landtags 
(Sprecherin für Frauen und Gleichstellung, Bündnis 90/Die Grünen)

GRUSSWORT DER SCHIRMHERRIN

Created with Sketch.

Liebe Besucherinnen und Besucher,

Die Ausstellung „Hellen Nabukenya. Tuwaye – Let’s talk“ lädt dazu ein, in eine uns ferne Gesellschaft einzutauchen und nimmt uns als Besucher*innen zu den Lebensgeschichten von Frauen im fernen Uganda mit.

Die Künstlerin fertigt kunstvolle Teppiche aus Textilresten und gibt ihre handwerklichen Fähigkeiten an mittel- und arbeitslose Frauen weiter, damit sich diese eine unabhängige Existenz aufbauen können.  Beim Betrachten der Kunstwerke fällt auf, dass die Lebensrealitäten unserer Gesellschaften teils gar nicht so weit voneinander entfernt sind, wie es auf den ersten Blick oft scheint.

In Deutschland und Europa konnte man in den letzten Wochen und Monaten beobachten, dass viele Menschen ihre Nähmaschine wieder hervorgeholt und aus alten Stoffresten wunderbar bunte und verschiedene Masken genäht haben. Es ist beachtlich, wie viele innovative und unterschiedlichste Maskenmodelle doch in so kurzer Zeit beim Upcycling alter Stofffetzen und Drahtstücke entstanden sind.

In meinem persönlichen Umfeld fiel mir auf, dass es häufig Frauen waren, die sich in stundenlanger Arbeit die längst vergessenen Techniken wieder angeeignet haben. Dies führte zwar einerseits beim Gelingen zu vielen beglückten Momenten, kann aber auch als Ausdruck einer Retraditionalisierung unserer Rollenbilder gesehen werden, die erstaunlich schnell stattfand. Frauen reduzierten während des Lock-Downs häufiger ihre Arbeitszeit, um sich um Kinder oder Eltern zu kümmern und manche Forscher*innen befürchten trotz des verhältnismäßig kurzen Zeitraums dadurch noch lange Auswirkungen auf die unterschiedlichen Karrierechancen von Frauen und Männern in Deutschland.
Self-Empowerment bleibt daher überall auf der Welt für Frauen ein Thema: Sei es, um ein eigenständiges Leben ohne Abhängigkeiten zu führen oder sich von verbalen sexistischen Ausfällen nicht unterkriegen zu lassen.

Die multimediale Ausstellung lädt zum Fühlen, Hören und Sehen ein und bietet Möglichkeit, über die neuen gesellschaftlichen Erfahrungen der letzten Monate nachzudenken und zu diskutieren. Oder auch die bunten Kunstwerke einfach auf sich wirken zu lassen und den persönlichen Gedanken dazu nachzuhängen.

In diesem Sinne: lassen Sie sich inspirieren und fühlen Sie sich frei, das Gespräch mit anderen Gästen der Ausstellung zu suchen. „Tuwaye – Let's talk“ bietet jede Menge Anlass hierfür.

Mit freundlichen Grüßen,
Laura Wahl

Hellen Nabukenya, o.T. (Künstlerbuch), 2019, Moleskine Notizheft, verschiedene Textilien. 
Foto: Anton Mirwald. 


Hellen Nabukenya (mitte) mit Besucher*innen in der Ausstellung "Tuwaye - Let's talk"
im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst, Cottbus, 2019.

Hellen Nabukenya, Gyetuva (woher wir kommen), 2015–2018, Textilreste, Sisal. 
Foto: Papa Shabani

Hellen Nabukenya vor einer ihrer Wandarbeiten, Cottbus 2019.
Foto: Thomas Klatt

Mitglieder des Erfurter Kunstvereins beim Besuch der Ausstellung in Cottbus.
Foto: Kai Uwe Schierz.

Der Erfurter Kunstverein zeigt im Jahr seines 30-jährigen Jubiläums die junge Leipziger Künstlerin Luise von Rohden. Unter dem Titel HANDZÜGE präsentiert sie ihre teils großformartigen Tuschezeichnungen auf Papier erstmals im musealen Kontext. Ausstellungsort ist die Kunsthalle Erfurt, für die sie exklusiv Werke in wandfüllender Größe anfertigt. Zu sehen ist die Werkschau vom 14.06. bis 26.07.2020.

 
Luise von Rohden (*1990 in Gotha, Thüringen) gehört zu einem Feld junger Künstler_innen, die sich das klassische Medium Zeichnung erfolgreich neu aneignen und interpretieren. Ihre ungegenständlichen Zeichnungen bestehen aus nachvollziehbaren einfachen Strichen, die meist nur eine Richtung, eine ähnliche Breite, ähnliche Farbigkeit haben. Sie streben nicht danach, besonders gekonnt oder raffiniert auszusehen. Vielmehr sind sie das, was sie sind – Spuren einer Bewegung, Spuren von Handzügen. Dennoch verwandeln sie sich mitunter in etwas anderes, in etwas Wesenhaftes oder Landschaftliches. In diesen permanent nach Reduktion strebenden Zeichnungen, offenbart sich die Komplexität des scheinbar Einfachen.

Mit Konsequenz wendet Luise von Rohden dabei das Prinzip der Wiederholung an; bei der Aneinanderreihung der Striche auf dem einzelnen Papierbogen sowie der Findung spezieller zeichnerischer Situationen, die von ihr immer wieder variiert werden. Mit Tusche arbeitet sie auf großformatigen Blättern. Das Material bestimmt die Farbigkeit, die auf der Klaviatur der Grautöne von lichtem Hell bis zu einem tief dunklen Anthrazit reicht.

Luise von Rohden studierte von 2009 bis 2015 Bildende Kunst und Kunstvermittlung u.a. bei Prof. Una H. Moehrke an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. 2013/2014 ging sie für ein Semester zum Studium der traditionellen Chinesischen Tuschemalerei an die Academy of Fine Arts Tianjin nach China. Seit 2015 ist sie Lehrkraft an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sie lebt und arbeitet in Halle (Saale) und Leipzig.

Im Rahmen der Ausstellung ist ein Video-Portrait über Luise von Rohden entstanden. Das Interview führt Sie in das Atelier der Künstlerin nach Leipzig.
Ein Film von Lukas Paul Meya © 2020

Eine Ausstellung des Erfurter Kunstvereins
in der Kunsthalle Erfurt
kuratiert von
Philipp Schreiner

Öffnungszeiten: 
Dienstag bis Sonntag: 11 – 18 Uhr 
Donnerstag: 11 – 22 Uhr

Horizontale (h m/1 53/0), Tusche auf Papier, 180 x 150 cm, 2016. Foto: Thomas Bruns.

Horizontale (h m/1 53/0), Tusche auf Papier, 180 x 150 cm, 2016.
Foto: Thomas Bruns

Wellen (hh h/wu 150/0), Tusche auf Papier, 78 x 58 cm, 2018. Foto: Thomas Bruns

Wellen (hh h/wu 150/0), Tusche auf Papier, 78 x 58 cm, 2018. 
Foto: Thomas Bruns

Luise von Rohden, Atelieransicht. Foto: Lukas Paul Meya

Luise von Rohden, Atelieransicht.
Foto: Lukas Paul Meya

Für L. (hvtt m/u 9/8), 2018, Tusche auf Papier, 140 × 120 cm.
Foto: Thomas Bruns

Adresse

Erfurter Kunstverein

c/o Kunsthalle Erfurt
Fischmarkt 7

99084 Erfurt

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag: 11-18 Uhr

Donnerstag: 11-22 Uhr

Kontakt

info@erfurter-kunstverein.de

Bankverbindung

Sparkasse Mittelthüringen
IBAN DE84 8205 1000 0163 0190 53

SWIFT-BIC: HELADEF1WEM

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