Franca Bartholomäi. Irgendwo ist immer Nacht
20.03. bis 31.05.2026
Holzschnitte.
Die Hallenser Künstlerin Franca Bartholomäi wandte sich bereits während ihres Studiums an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle der Technik des Holzschnitzens zu. Seit 1995 druckt sie ihre Blätter überwiegend in Schwarzweiß, zeigt ihre Vorliebe für dunkle Flächen und Räume, traumähnliche Fantasien und rätselhafte figürliche Konstellationen.
Sie sagt über ihre eigene Arbeit: "Das Rätselhafte ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Werke. Sie haben alle ihre Geschichten, ich sage mit Bedacht Geschichten, also Mehrzahl, denn es sind immer mehrere Bedeutungsebenen, die ich verwebe bzw. die sich im Prozess des Schaffens von selbst verweben."
Wir deuten das Weiße in einem Holzschnitt intuitiv als Licht, und das Schwarze als Nicht-Licht, als Schatten oder Nacht. Das Dunkle in den Bildern von Franca Bartholomäi steht für die Nacht als Hüterin der Träume. Seit Ihrer Jugend führt sie ein Traumtagebuch, um sich später an ihre seltsame "Logik" daran zu erinnern.
Der Titel der Ausstellung enthält auch eine kulturelle Lesart, insofern wir der Nacht bestimmte Aspekte unseres Lebens zuordnen, die in einem Spannungsfeld zur Bedeutung von Tag stehen, der für das städtische Leben und Lärmen, die Flüchtigkeit des Handelns und die Überflutung mit sinnlichen Reizen steht. Zwischen Tag und Nacht liegt das Atelier der Künstlerin - ein "heiliger" Rückzugsort, ein Ort der Stille und Entschleunigung, in dem sie das nötige Maß an Hingaben und Konzentration erreicht, um künstlerisch tätig zu werden.
Fotos: André Korytko
Gabriela Jolowicz
Der unendliche Holzschnitt
15.6.–17.8. Kunsthalle Erfurt
Eröffnung 14.6., 18 Uhr
SNACK MACHINE
Holzschnitt, 60 x 60 cm, 2023
Führungen
MI Kunstpause 12 Uhr
16.7., 30.7., 13.8.
DO 18 Uhr
10.7., 31.7., 14.8.
SO 12:15 Uhr
20.7., 10.8.
dialogische Führung
mit Gabriela Jolowicz
MI 13.8., 18:30 Uhr
Vielen Dank für die Förderung
Sparkassenstiftung Erfurt
Gabriela Jolowicz fängt Tag für Tag Szenen aus ihrem (und unserem) urbanen Alltag ein, reaktiviert dafür jedoch ein uraltes Verfahren zur Herstellung von Bildern: den schwarzweißen Holzschnitt, ein Hochdruckverfahren. Von allen Weisen der Druckgrafik ist er die älteste.
Potsdamer Straße, 2024
Von November 2024 bis März 2025 zeigte die Kunsthalle Bremen die Ausstellung Kirchner Holzschnitte. Benjamin Badock, Gabriela Jolowicz und Thomas Kilpper und präsentierte nicht nur grafische Blätter von Ernst Ludwig Kirchner aus der eigenen Sammlung. Sie stellte diesen Klassikern drei aktuelle künstlerische Positionen gegenüber und zeigte damit, dass der Holzschnitt auch im 21. Jahrhundert von starken Persönlichkeiten künstlerisch weiterentwickelt wird.Konzeptuell stand die Auseinandersetzung mit dem Werk des Brücke-Künstlers Ernst Ludwig Kirchner in Vordergrund.
Gabriela Jolowicz entschied sich dazu, bekannte Porträts von Kirchner fragmentarisch zu zitieren und in ihre Kompositionen einzufügen. Konkret kopiert sie die Porträts von Nele van de Velde, Donata Hardt, Dorothea Sternheim, Otto Müller und Kirchner selbst stilistisch und formal minutiös aus den expressionistischen Vorlagen. Ihr vierteiliges Werk Potsdamer Straße versetzt Kirchners Figurenpersonal in eine zeitgemäße Großstadt-Urbanität, wo es sich über vier Blätter im Inneren und angrenzenden Stadtraum eines Cafés verteilt. Plaudernde Café-Atmosphäre als scheinbarer Gegenpol zur gesellschaftlichen Nervosität im Krisenmodus. Kircher selbst schickt die Künstlerin ohne Scheu auf einem fünften Blatt in ein Bremer Fastfood Restaurant und spekuliert so über etwaige Gewohnheiten/Vorlieben des Künstlers im 21. Jahrhundert.
Eröffnung am 14.6. in wunderbarer Atmosphäre,
mit sehr aufmerksamen Gästen ...
und anregenden Unterhaltungen.
Fotos: Falko Behr